veröffentlicht am 14. April 2018

In kleiner Runde haben wir uns am Mittwoch, dem 11. April, über das Thema „Arbeit 4.0“ unterhalten. Kurze Filmsequenzen gaben zunächst einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung:

Mit der Dampfmaschine beginnt Ende des 18. Jahrhunderts die erste industrielle Revolution. Sie geht von Großbritannien aus und erfasst später ganz Europa. Maschinen ersetzen zunehmend die menschliche Arbeit.

Anfang des 20. Jahrhunderts kommt es zur arbeitsteiligen Massenproduktion. 1913 startet Henry Ford mit der Fließbandfertigung von Automobilen und der Unterteilung der Produktion in einzelne, spezialisierte Arbeitsschritte.

Ende der 1970er Jahre revolutioniert der Computer die Arbeitswelt (Konrad Zuse) und es beginnt der Siegeszug der elektronischen Datenverarbeitung.

Kernelement der vierten, zurzeit laufenden industriellen Revolution ist eine Verknüpfung von Produkten und Prozessen; technische Grundlage hierfür sind intelligente und digital vernetzte Systeme. Mit ihrer Hilfe soll eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich werden: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander. Durch diese Vernetzung soll es möglich werden, nicht mehr nur einen Produktionsschritt, sondern eine ganze Wertschöpfungskette zu optimieren.

Nach diesem geschichtlichen Abriss wurden mögliche Auswirkungen der Digitalisierung, etwa intelligente Roboter in der Fabrik oder die smarte Technik im Büro vorgestellt. Anhand dieser Eindrücke haben sich die Teilnehmer dann über Chancen und Risiken solch neuer Entwicklungen ausgetauscht.

Sicher erleichtern digitale Programme künftig Arbeitsabläufe und Absprachen untereinander. Neue Technologien führen auch dazu, dass Arbeitnehmer flexibler und unabhängig vom Aufenthaltsort arbeiten können. Dank E-Mail, Messenger und Home-Office sind sie schnell erreichbar und untereinander vernetzt. Neue Arbeitsplätze und Berufe werden entstehen, Kreativität und Eigenverantwortlichkeit sind gefragt. Andererseits macht intelligente Software menschliche Arbeit in einigen Bereichen überflüssig oder wertet sie finanziell ab. Es wird sich die Frage stellen, wo wenig qualifizierte Arbeitnehmer künftig bleiben. Als weitere Probleme wurden u.a. gesehen: Mehrarbeit und hoher Termin- und Leistungsdruck, Entgrenzung der Arbeitszeiten, permanente Erreichbarkeit, Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und anderen Lebensbereichen verschwinden. Die Geschichte lehrt, dass es wenig Sinn

macht, sich technologischen Entwicklungen fundamental entgegenzustellen. Sie bedürfen der Regulierung durch Politik und Gesellschaft, damit Arbeit menschenwürdig bleibt.