veröffentlicht am 13. August 2017

Das dritte der Zehn Gebote ist ein Geschenk. Es verordnet heilsame Ruhe, schöpferische Pausen und verspricht eine heilige Zeit – zwischen den Alltagen.
Aber passt der arbeitsfreie Sonntag noch in unsere Zeit? Darf man jemandem vorschreiben, wann er oder sie zu arbeiten hat und wann nicht? Ist es heute noch angemessen, dass Geschäfte, Banken, Betriebe und Büros sonntags schließen, während im Internet pausenlos geshoppt, gehandelt und gearbeitet werden kann?
Mit solchen oder ähnlichen Fragen wird man konfrontiert, wenn man sich öffentlich für die Bewahrung des Sonntags stark macht.
Sonntagsruhe – das klingt für manche liebenswert altmodisch oder auch hoffnungslos realitätsfern. Denn Sonntagsarbeit ist im Kommen. Längst betrifft sie nicht mehr nur Tätigkeiten, die sonntags unverzichtbar sind, wie die von Polizei oder Ärzten. Besonders stark hat die Wochenendarbeit im Handel und im produzierenden Gewerbe zugenommen. 14 % aller Beschäftigen – das sind 11 Millionen Menschen in Deutschland – müssen auch sonntags zur Arbeit – so viele wie nie zuvor. Und immer mehr propagieren: Freie Menschen müssten selbst entscheiden können, wann sie arbeiten oder einkaufen.
Sonntagsarbeit ist noch nicht die Regel, doch in den letzten Jahrzehnten Stück für Stück „normaler“ geworden. Am Ende bleibt ein siebter Werktag.
(Nach: Philip Büttner, Wissenschaftlicher Referent Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, München)

Uns als KAB ist es wichtig, den Sonntag zu schützen und uns für den Wert des freien Sonntags als eine Kostbarkeit im gesellschaftlichen Miteinander einzusetzen. Vielleicht haben wir ihn in unserer heutigen, hektischen Zeit sogar nötiger denn je.
Aus diesem Grund haben wir den Gottesdienst am Sonntag, den 13. August, zu dieser Thematik gestaltet und uns im Anschluss zu einem Frühstücksbruch auf dem Kirchplatz getroffen – es war ja Sonntag und alle hatten gemeinsam frei! Viele hatten für sich Kaffee und Getränke, Brot oder Brötchen, Aufschnitt, Käse, Eier und manch andere Leckerei mitgebracht, um sie in netter Gemeinschaft zu verzehren. Auch für spontan dagebliebene Gottesdienstbesucher war genügend da.

Fazit: Nicht alles zu jeder Zeit, sondern „ein jegliches hat seine Zeit“ (Koh 3,1).

Arbeiten hat seine Zeit; Ausruhen von der Arbeit hat seine Zeit;
Schaffen hat seine Zeit; sich am Geschaffenen freuen hat seine Zeit;
Weckerklingeln hat seine Zeit; Von-der-Sonne-geweckt-werden hat seine Zeit;
Der Arbeitsweg hat seine Zeit; Ins-Blaue-fahren hat seine Zeit;
Einkaufen hat seine Zeit; sich mit Gott, seiner Familie und Freunden treffen hat seine Zeit.
Der Blaumann hat seine Zeit; der Sonntagsanzug hat seine Zeit;
Mit beiden Beinen auf dem Boden stehen hat seine Zeit; die Beine baumeln lassen hat seine Zeit.
Der Alltag hat seine Zeit; der Sonntag hat seine Zeit!