KAB St. Josef Hollage - Aus dem Glauben für eine gerechte Gesellschaft
veröffentlicht am 9. November 2014

Was heißt eigentlich „sinnvoll leben?“ Zu diesem Thema, unserem Jahresthema, haben wir uns am Sonntag, dem 9. November, am frühen Nachmittag im PNH getroffen. Sinnvoll leben bedeutet für jeden etwas anderes. Wenn wir uns dieser Fragestellung annehmen, tun wir das als Christen. So ist der Sinn des christlichen Lebens die Nachfolge Jesu. Es gilt also, sein Leben und seine Botschaft in den Blick zu nehmen und sich daran zu orientieren. Kein anderer theologischer Begriff kommt in der Verkündigung häufiger vor als „Reich Gottes“. Das Reich Gottes ist das zentrale Anliegen Jesu!
Urs Eigenmann schreibt dazu: „Weder heißt es ‚Suchet zuerst das Kapital und seine Vermehrung’; noch ‚Suchet zuerst die Kirche und seine hierarisch-klerikale Ordnung’, sondern ‚Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit“ (Mt 6,33) in der gläubigen Hoffnung, dass alles andere dazugegeben wird“.

Ausgehend von diesen Zeilen hat sich jeder zunächst in einer ersten besinnlichen Einheit Gedanken dazu gemacht, was mit Reich Gottes und Gerechtigkeit gemeint ist – und was eben nicht. Im Plenum wurden die Aufzeichnungen zusammengetragen und miteinander diskutiert. Neben Beispielen aus Jesu Leben und von seinem Wirken (Gottesliebe, Nächsten- und Selbstliebe, Brotvermehrung, Arbeiter im Weinberg, Hinwendung zu Armen und Randgruppen, man kann nicht Gott und dem Mammon dienen usw.) kamen wir schnell auf heutige Missstände und Probleme zu sprechen. Stichworte wie Pflege, Gehälter in Leitungspositionen, Armut in der Welt, Leiharbeit, Grundsicherung, Chancengleichheit, muss alles höher, weiter, schneller gehen… mögen einen kleinen Einblick in unsere Gespräche geben.

Wir haben festgestellt, dass es in vielen Bereichen auf unser persönliches Verhalten ankommt, dass es aber auch wichtig ist, immer wieder – auch öffentlich die Stimme zu erheben, wo Ungerechtigkeiten geschehen. Als KAB sind wir an vielen Fragestellungen dran und bringen uns als kirchlicher Verband notwendig in gesellschaftliche Diskussionen ein. Nachdem jeder Teilnehmer abschließend sein wichtigstes Thema, das entscheidende Wort oder die besondere Botschaft auf einer Postkarte gestaltet hatte, ging es dann zum gemütlichen Teil über. Ein gemeinsames Kaffeetrinken und Kuchenessen rundete den Nachmittag ab.