veröffentlicht am 8. Oktober 2015

Zu einem Gesprächsabend lud die KAB am Donnerstag, dem 08. Oktober, ins Philipp-Neri-Haus ein. Unter dem Motto „Wir steigern das Bruttosozialglück“ ging es um die Frage, wie unsere Wirtschaft, aber auch unsere Gesellschaft aussehen muss, um möglichst viel Glück zu generieren. Unsere geistliche Begleiterin Gisela Püttker, die uns u.a. anhand des gleichnamigen Buches von Annette Jensen einige Beispielprojekte alternativen Wirtschaftens vorstellte, präsentierte zu Beginn des Abends eine Statistik: In den vergangenen 30 Jahren sei das Bruttosozialprodukt in Deutschland um 30% gestiegen. Umfragen zum subjektiven Lebensglück der Deutschen im selben Zeitraum dagegen zeigten eine Abnahme des Glücks um 10%. Wir diskutierten über mögliche Ursachen dieser Entwicklung. Kann man ihr entgegensteuern? Und können auch WIR etwas tun, oder sind wir auf die Politik angewiesen? Die Kenianerin Dekha Abdi Ibrahim, Trägerin des Alternativen Nobelpreises, glaubt: Von oben wird es keinen Wandel geben. Nach dem Prinzip „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“ setzt sie auf einen Wandel von unten. Die Gesellschaft führe, die Politik ziehe nach. Und Beispiele von alternativen Projekten „von unten“ gibt es genug. Wir kamen ins Gespräch über Menschen, die geschlossene Dorfläden wiedereröffnen, die Firmen gründen, um Arbeitsplätze für all diejenigen zu schaffen, die auf dem Arbeitsmarkt sonst übersehen werden (Frauen über 50, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung,…), wir sprachen über Forscher und Entwickler, die ihre Ideen zum Weiterdenken publik machen oder zum Wohle aller auf Patente verzichten. Noch lange hätten wir weiterdiskutieren können, wir hätten sicher noch viele weitere Beispiele für Alternativen zu einer auf Konsum orientierten Gesellschaft gefunden. Jeder kann seinen Teil zum Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Es braucht dazu nur etwas Mut, aus bestehenden, sicheren Strukturen auszubrechen, und eine Vision. Wer an seine Ziele glaubt, kann etwas bewirken.