veröffentlicht am 1. April 2017

„Starke Frauen … sind kein Aprilscherz“ hieß es am Samstag, dem 1. April, als sich bei A + W in Sögel Frauen aus vielen KAB-Ortsgruppen (auch von uns aus Hollage waren Teilnehmerinnen dabei) zum Diözesanfrauentag versammelten. Nach der Begrüßung durch Claudia Burrichter vom Diözesanleitungsteam erhielt zunächst Mechthild Hinrichs das Wort. Die Geschäftsführerin des Bildungszentrums stellte die in Trägerschaft des Vereins Sozialwerk der KAB/CAJ im Bistum Osnabrück stehende Einrichtung näher vor. Seit 1984 engagieren sich hochmotivierte Ausbilder, Förderlehrer, Assessment-Trainer, Personalvermittler, Arbeits- und Sozialpädagogen erfolgreich für marktgerechte Qualifizierung und dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt. Dazu gehören Ausbildung, Weiterbildung, Coaching, Jugendwerkstätten, Berufsvorbereitung, Bewerbungstraining und zertifizierte Maßnahmen nach AZAV. In enger Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit, den Kommunen und der Wirtschaft fördern sie eine solide berufliche Aus- und Weiterbildung und bauen auf den Stärken des Einzelnen auf. Zwei Zahlen: Pro Jahr durchlaufen etwa 1000 Personen Einzelcoachingmaßnahmen; die Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt beträgt 70%. (Weitere Informationen hier)

Nach dem Grußwort der Gleichstellungsbeauftragten der Samtgemeinde Sögel, Annelene Abeln, kam es zum ersten großen Referatsteil. Dr. Daniela de Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete, ging zunächst auf die Frage ein, was eigentlich „Stärke“ ausmache. Dann stellte sie starke niedersächsische Frauen vor und beschrieb anschließend eine Politik, die Frauen stärkt. Arbeitsmarktpolitik, Rentenreform, Gesundheits- und Familienpolitik waren wichtige Themen, die zur Sprache kamen. Nach einer „Mauschelrunde“ wurden noch weitere Themen in die Aussprache eingebracht, etwa die Forderung, mehr Erziehungszeiten anzuerkennen oder die geplante veränderte Ausbildung in der Altenpflege. Daniela de Ridder, die beschrieb, wie wichtig ihr persönlich auch der christliche Hintergrund und das Fußen auf der Bibel sei, stellte auch die Forderung auf, dass wir als Kirche gefordert seien und auf Missstände aufmerksam machen und uns für Schwache – auch für Frauen – einsetzen müssten. Sie empfahl Wahlprüfsteine aufzustellen und Gespräche mit Politikern zu suchen.
Nach dem Mittagessen und einer kleinen Pause, in der viele den Kostümverleih der Einrichtung besichtigten, wurde die Tagung mit einem Referat von Dr. Daniela Engelhard, Leiterin des Seelsorgeamtes, fortgesetzt. Auch sie benannte zunächst starke Frauen, machte aber auch deutlich, dass Frauen oft unerkannt und unterschätzt werden. Woran das liegt? Hier antwortete Frau Engelhard u.a. mit einem Zitat: „Frauen, die denken, sind gefährlich und stark“ (Stefan Bollmann, Berlin 2015). Dann beschrieb sie, wie solche Stärke aussieht: Kompetenz, Durchsetzungsstärke, Ausdauer, Kreativität, Macht, Verantwortung, sich selbst zurücknehmen können, Empathie, Beteiligung anderer, Entscheidungsfreude – und erweiterte ihre Einlassung auf den kirchlichen Bereich, wo Frauen das Leben in Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen entscheidend tragen – und das weltweit, wie sie an einem Beispiel von den Philippinen verdeutlichte. Im Gegensatz dazu müsse aber festgestellt werden, dass Frauen auf Führungspositionen vielfach fehlen. Hier erzählte sie anschaulich von ihrer täglichen Arbeit, wo sie häufig in Kreisen mit überwiegend, wenn nicht gar ausschließlich Männern zu tun hat. Mit Ausführungen, in welchen Bereichen Frauen schon heute Verantwortung übernehmen könnten und dies auch schon tun (Leiterin kath. Büro, Justiziarinnen, Caritas, Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand, Gemeindeleitungsteams, Bestattungsdienst, Wortgottesfeiern) öffnete die Seelsorgeleiterin ihren Vortrag hin zu aktuellen Situationen in den Gemeinden und im Bistum. In der folgenden Diskussion, in der vielfach Situationen vor Ort Thema waren, wurde u.a. die Größe von Pfarreiengemeinschaften kritisiert und die damit oft einhergehende Anonymität bzw. die – zumindest gefühlte – Unerreichbarkeit bzw. „Unsichtbarkeit“ von Hauptamtlichen.
„Sei gepriesen, weil du mich geschaffen hast“. Mit diesem mutigen und ermutigenden Gebet von Klara von Assisi beendete Frau Dr. Engelhard ihre Einlassung zum Thema „Starke Frauen“. Nach der wohlverdienten Kaffeepause wurde der Diözesantag mit einer Wortgottesfeier unter der Leitung von Margret Obermeyer beendet. Hier gilt ein Dank der Musikgruppe „Capo d’Asta“ aus Dalum für die musikalische Unterstützung.

Voller Eindrücke und Anregungen ging ein interessanter Tag zu Ende.