veröffentlicht am 9. Dezember 2025

LKW-Fahrer*innen sind oft viele Wochen quer durch Europa unterwegs, weit entfernt von ihren Familien und ihrer Heimat. Sie verbringen Wochenenden auf Autobahnparkplätzen, in ihren Fahrerhäusern. Sie stehen unter starkem Termindruck, werden schlecht bezahlt und erleben wenig Anerkennung für ihre Arbeit. Mit der Aktion „Nikolaus im Fahrerhaus“ am 7. Dezember 2025 haben KAB-Gruppen u. a. aus dem Bistum Münster und Osnabrück auf diese Situation von LKW-Fahrer*innen, vorrangig jener aus Osteuropa, aufmerksam gemacht. Auch wir Hollager haben uns an der Aktion beteiligt und Nikolaustüten an unterschiedlichen Rastplätzen verteilt. Die Fahrer staunten nicht schlecht, als wir an die LKW-Tür geklopft und unsere kleinen Dankespräsente verteilt haben. „So etwas habe ich in 20 Jahren noch nie erlebt“, war nur eine der Reaktionen. Die Freude über diese Anerkennung zeigte sich nicht nur in lächelnden Gesichtern, sondern auch darin, dass einige der Fahrer gleich Fotos noch Hause schickten oder telefonierten. In Gesprächen machten die LKW-Fahrer aber auch auf die oft schwierigen und belastenden Bedingungen aufmerksam. Dies betraf nicht nur die lange Abwesenheit von der Familie, sondern sie beklagten fehlenden Parkraum, Dusch- und Waschmöglichkeiten oder auch fehlende Service- bzw. Einkaufsmöglichkeiten im Umfeld der Parkplätze. Deshalb unterstützt die KAB die Forderungen des Vereins „Sozialmaut“, der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und des DGB zur Einführung einer Sozialmaut. Für jeden gefahrenen LKW-Kilometer, der durch die LKW-Maut erfasst wird, sollen die Unternehmen einen Cent zahlen, um Betreuungsangebote für LKW-Fahrer zu finanzieren. Das Geld soll für kostenlose Sanitäranlagen, Trinkwasserversorgung, klimatisierte kostenlose Sozialräume, die Verfügbarkeit günstiger Grundnahrungsmittel, aber auch verbesserte

medizinische Hilfe an den Rastanlagen auch abends und am Wochenende eingesetzt werden.

„Nikolaus im Fahrerhaus“ war eine wichtige Aktion, die nicht nur sinnvoll war, sondern auch Spaß gemacht hat, weil wir wirklich erleben durften, dass „die Freude, die wir gaben, ins eigene Herz zurückgekehrt ist“. Vielen Dank an alle für die Organisation, das Packen der Tüten (ein Dank auch an die KAB Voxtrup für die selbstgebackenen Plätzchen) und die Verteilung am zweiten Adventssonntag.