veröffentlicht am 4. April 2026

Schon eine lange Tradition hat es in unserem Familienkreis, den Karfreitag besinnlich zu gestalten. Sind wir früher mit unseren Kindern oft über den Haster Berg gegangen und haben den Kreuzweg gebetet und bedacht, wurden später auch andere Gedenkstätten besucht, die dem Anlass des Tages entsprochen haben. So waren wir etwa in Esterwegen, haben die Gedenkstätte Augustaschacht oder den Gestapokeller in Osnabrück besichtigt, wir sind den Lengericher Gedenkpfad gegangen oder haben nach einer eigenen kleinen Karfreitagsliturgie Wache vor der jüdischen Synagoge gehalten.
In diesem Jahr hatten wir eine Führung im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum. Direkt am Marktplatz in Osnabrück – dem Geburtsort von Erich Maria Remarque – widmet sich das Zentrum dem Leben, Werk und der weltweiten Wirkung des Schriftstellers. Zudem gibt es dort wechselnde Ausstellungen zum Thema Krieg und Frieden.
Herr Dr. phil. Hans Peterse, gebürtig aus den Niederlanden, führte uns mit reichlich Sachwissen durch die Dauerausstellung und gab uns interessante Einblicke in das Leben Remarques – anfangen vom einfachen Leben seiner Familie mit vielen Umzügen als „Trockenwohner“, über seine Namensänderung, die Kriegserlebnisse, die sein späteres Denken und Schreiben entscheidend prägten, bis hin zu seinem mondänen Leben am Lago Maggiore, dem Exil und dem Verlust seiner deutschen Staatsbürgerschaft. Man merkte Herrn Peterse seine Leidenschaft für das Thema Remarque an, mit der er uns faszinierte und einen starken Eindruck hinterließ. Er berichtete uns auch von Elfriede Scholz, der jüngeren Schwester von Erich Maria Remarque, die wie ihr Bruder eine überzeugte Gegnerin der Nationalsozialisten und wegen einer „staatsfeindlichen Äußerung“ zum Tode verurteilt worden war. Freisler soll sich in seinem Urteil explizit auf ihren pazifistischen Bruder bezogen und während der Verhandlung ausgerufen haben: „Ihr Bruder ist uns entwischt, Sie werden uns nicht entwischen.“
Im Anschluss an die Erklärungen von Hans Peterse blieb Gelegenheit, sich einzelne Ausstellungstücke noch einmal genauer anzusehen bzw. Schriftstücke und Erklärungen durchzulesen. Wir danken herzlich für die eindrucksvolle Führung!